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Nichtmeintag!

Neinnein. Überhaupt nicht.

Mein Kollege, genannt das Arschloch, musste sich in meiner Hörweite heute minutenlang daran aufgeilen, dass Italien gegen die Niederlande dreizunull verloren hat oder so.

Dass er sich im Gegensatz zu mir für Fußball begeistert, kann ich ihm ja schlecht vorwerfen. Aber die italienische Mannschaft abwechselnd als Schbageddi und Iddagger zu bezeichnen, das tut weh.  

 Die Zeiten sollten doch eigentlich schon vorbei sein? In den 1960er Jahren war es wohl gang und gäbe, nichtdeutsche Mitbürger als Schbageddifresser, Bollacken und oder Kanaggen zu bezeichen, aber da war das Arschloch noch gar nicht auf der Welt.

 Also bitte, in meiner Gegenwart heißen die Einwohner Italiens künftig Italiener. Danke. *schnauf*

 

Außerdem hat heute mitten auf dem Unigelände eine Band gespielt. Live und laut.

An einem Dienstag während der Vorlesungszeit mitten auf dem Gelände unter freiem Himmel nachmittags um halb zwei.

Das leuchtet mir nun auch nicht so wirklich ein. Es mag ja sein, dass "Der Geist einer literarischen Figur" das Angesagteste ist, das jemals auf einem Bus gestanden hat, aber  - ehrlich gesagt - ich glaub's nicht. Das studentische Publikum stand auch eher herablassend bis gelangweilt drum herum.

Außerdem habe ich mir sagen lassen, dass an einer Uni hin und wieder auch - gottbewahre - gearbeitet wird. Erstens mal kann sich die ganze Verwaltung bei dem Krach nicht konzentrieren, und zweitens finden hin und wieder auch Veranstaltungen statt, die der Zweck der Uni als öffentliche Bildungseinrichtung so mit sich bringt.

Ins gleiche Horn stößt auch, dass die Bibliothek auch mal früher zumacht, weil die Juristen (?) irgendeine voll coole Party steigen lassen.

 

Mit anderen Worten: Wenn ich könnte, würde ich während der Klausurenwoche der Jurafakultät eine 50-köpfige Blaskapelle aufmarschieren lassen. Offensichtlich ist es ja mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert, Leute ungefragt unter Musik zu setzen, die nicht ihrem Geschmack entspricht. 

Wahrscheinlich bin ich einfach nur eine frustrierte alte Jungfer.

Bis bald! 

 

 

 

 

 

 

 

 

10.6.08 14:16


Humans.

Warum, oh Herr, muss ich immer alles mitkriegen?

Da marschiere ich gemächlich von der Uni zum Supermarkt und werde Zeuge folgender Szene, die sich in jedem absurden Theaterstück gut gemacht hätte.

Teilnehmerinnen:

"Frau A", (25) die Sorte, mit der man sich besser nicht streitet, wenn man selbst in der Hitze des Gefechts noch Wert auf grammatikalisch korrekte Sätze und den Gebrauch von Präpositionen, Konjunktionen u. dergl. legt. Definitiver Nachteil.

Frau Wau-Wau (65), die jeden Tag, den Gott werden lässt, zur gleichen Zeit an der gleichen Straßenecke zu finden ist, wo sie mit ihrem Malteser (!) diskutiert (!!?), weil der nicht heim will und  sich deswegen hingesetzt hat.

Woher ich das weiß? Ich hab mich mal erkundigt, ob bei ihrem Hund vielleicht die Batterien leer sind.

Was ein Malteser ist? Jedenfalls nicht das. Eher schon das da. 

Ort: Zweitrangig. Jedenfalls dürfen dort weder Autos parken noch Hunde scheißen.

 

Es entspann sich folgender Dialog: (Kommentare in Kursiv)

Frau A: "Mein Auto macht jedenfalls weniger Dreck als ihr Hund!"

Wenn man den CO2-Ausstoß ignoriert. Deswegen darf es da trotzdem nicht mit laufendem Motor stehen. Aber Moment mal - hier wurde gerade ein Hund beleidigt, der in der Ordnung der Dinge noch über Gott steht!!

Frau Wau-Wau: *fängt wütend an zu keifen*

Oha. Jetzt ist Matthäi am Letzten.

Frau A: "Sie sind ja doof!"

Originell.

Frau Wau-Wau: "Sie noch mehr!"

Aua. 60 verschwendete Lebensjahre versäumter Entwicklung. Wir haben es hier mit der Mumie einer Erstklässlerin zu tun. Zurücktreten bitte!

[...]

Frau A.: " Du bischja behindert!!

Hiermit distanziere ich mich von jeglicher Verwendung dieses Wortes als Beleidigung. Manche Sachen MACHT. MAN. NICHT. Primitives Geschöpf. Außerdem duzen wir uns jetzt. Klar, gleiches Niveau.

Frau Wau-Wau: "Du scho a!!"

Und jetzt fallen wir auch noch ins Schwäbische.

 

Alles in allem eine schöne abfallende Linie.

Hätten die beiden Damen sich gleich gegenseitig umgebracht, wäre die Welt jetzt ein besserer Ort. Ich hätte das Auto weggefahren und den Malteser auf Diät gesetzt. *fade out*

 

 

 

 

 

8.5.08 19:48


No guts - no glory?

Gestern im Fernsehen wurde mal wieder über die Tatsache gerätselt, warum in angesehenen, gefragten Studiengängen, mit denen man später auch Geld verdienen kann, vor allem Männer sitzen, während die Damenwelt sich in den schöngeistigen Höhenflügen der Germanistik und Kunstgeschichte drängelt.

Genetik? Faule Ausrede.

Mangelnder Geschäftssinn? Könnte sein.

Mangelndes Selbstvertrauen? Vermutlich.

Fehlende Zielstrebigkeit? Meines Erachtens nicht genderspezifisch.

Mit anderen Worten: Ich weiß es auch nicht. Ich weiß nur, wenn ich mich für Physik genauso begeistern könnte, wie für Linguistik, wäre ich schon Ingenieur. Meine Ovarien hätte ich sicher lang genug ignorieren können!

 Die Tragik liegt eben darin, dass auch nicht alle Männer, die Physik studieren, brilliante Geistesgaben mitbringen. Aber auch wenn die Hälfte von ihnen auf der Strecke bleibt, und alle Mädels exzellente Leistungen bringen, kommen am Ende doch noch mindestens doppelt so viele  Physiker wie -innen heraus.

Und die männliche Minderheit in den Geisteswissenschaften - so ungern ich das sage - ist besser/interessierter/engagierter als die meisten Mädelchen. Die mussten sich nämlich für etwas weniger Angesehenes, "Unmännliches" entscheiden. Das tut man nur, wenn man wirklich will.

Jedenfalls diskutieren die Männer, während die Mädelchen starren und kichern. Gestern erst hatte ich eine anregende Debatte über ein Sonett (!) von Spenser (!!) mit zwei Typen(!!!).

Und nach den unbehanglichen zehn Post-Dozent-stellt-Frage-Sekunden hebt meistens einer der fünf männlichen Kursteilnehmer die Hand und sagt etwas Zusammenhängendes und halbwegs Durchdachtes - und die 35 anwesenden Mädels üben sich als gesichtslose Masse... Ich muss da mal Statistik führen.

Alles in allem: Manowar eignet sich gut zum Frustabbau.

Aber so wird das nie was mit der Gleichberechtigung der Geschlechter. Die Männer werden wohl allmählich sogar das Selbstbewusstsein entwickeln, Kindergärtner und Tagesväter zu werden (wem's liegt! Mir nicht.). 

Die Damen andererseits werden wohl noch in 20 Jahren sagen: "Ich wäre gern Pilot geworden, aber ich hab mich nicht getrauuuut! *augenaufschlag* Jetzt bin ich Stewardess. Aber eigentlich *kicher*, bin ich Musicaldarstellerin. Und in meiner Freizeit filze ich Handtaschen." 

 *klonk*

 

 

 

6.5.08 09:32


Skurril?

Manche Ereignisse geben einfach zu gute Anekdoten ab, als dass ich sie der Öffentlichkeit vorenthalten könnte...

Wie oft kommt es z.B. vor, dass ein Professor die Schlacht am Lechfeld von 995 mit einem Ausschnitt aus "Herr der Ringe III" veranschaulicht? Also die Belagerung Augsburgs/Minas Tiriths durch die Orks/Ungarn und ihre heldenhafte Verteidigung unter St. Ulrich/Gandalf (!). Werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen.

Ich dachte außerdem immer, dass Geschichtsprofessoren unter historisierender Fantasy eher leiden, weil sie den medienwirksamen, jedoch unhistorischen Bullshit auch als solchen erkennen. So ähnlich wie Leute, die was von Segelschiffen verstehen, in "Fluch der Karibik" leise ins Sitzpolster weinen.

Aber besagter Professor scheint da ja tolerant bis aufgeschlossen zu sein. Erstaunlich. Tjaja, der Altmeister Tolkien wusste schon, was er da bastelt.

 

Das zweite zwischenmenschliche Highlight des heutigen Tages erfolgte in der Mensa.

Wir erinnern uns an eine Sendung auf MTV mit dem etwas zu stark geschminkten Typen mit Plüschhut namens Mystery, der Frauen doch recht gerne als Gegenstände  bezeichnet hat? Ich dachte, so was gibt's echt nur im Fernsehen. Plakativ, aber wenig lebensnah.

Weit gefehlt. Der selbsternanne PickUpArtist, der 30 cm Luftlinie von meinem ungläubigen Ohr entfernt vor seinem Kumpel angegeben hat, hat zwar ausgesehen wie fettarme Milch (lauwarm), aber dahergeredet wie Gottes Geschenk an die Frauenwelt.

Wenn er nicht pro Woche so und so viele "Sets klarmacht" - äh, ja - was dann eigentlich?  Und was versteht Mann unter "Klarmachen?" "Getting Lucky", wie der Engländer sagen würde? Oder einfach nur nicht ausgelacht werden?

Und irgendwelche anderen Kumpels von ihm fallen unter die Kategorie "Excuser", die nicht mal die Straße überqueren wollen, um eine Frau anzusprechen. Bis dahin hab ich ja noch geglaubt, er redet vom pokern oder einem anderen Hobby. Aber ein vooorsichtiger Googelversuch hat ergeben, dass besagter Tangojüngling tatsächlich PickerUpperFachJargon verwendet hat, in dem Frauen auch als "targets" bezeichnet werden.

Diese Frau hier musste allerdings hastig die Damentoilette aufsuchen, um dort erst mal herzhaft zu lachen. Das Selbstwertgefühl von besagtem Herrn muss doch etwas bröckelig sein!

Hoffentlich begegnet er niemals einer richtigen Frau und beschränkt seine heterosexuellen Sozialkontakte für die nächsten 60 Jahre auf spärlich bekleidete Half-Wits. Die Chancen stehen dafür ganz gut...

More to come. Die besten Anekdoten schreibt das Leben selbst.

24.4.08 22:16





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